HollmannHilljegerdes, Altersvorsorge-Berater Oldenburg

Schatztruhe

Leitfaden zur Einführung betrieblicher Altersvorsorge (bAV)

17.11.2014
Anhand dieses Leitfadens aus Arbeitgebersicht können kleine Unternehmen ganz einfach und kostengünstig eine betriebliche Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter einrichten:

- Versorgungsordnung:
In dieser arbeitsrechtlichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und sämtlichen Mitarbeitern werden die Rahmenbedingungen zur bAV konkret festgelegt. Der Arbeitgeber kann so sein Haftungsrisiko minimieren, seine Fürsorgepflicht dokumentieren sowie den Personalverantwortlichen entlasten und die Lohnbuchhaltung vereinfachen. Gleichzeitig kommt der Unternehmer dem Rechtsanspruch rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer auf eine bAV durch Entgeltumwandlung nach und hält den Gleichbehandlungsgrundsatz sowie das Diskriminierungsverbot ein. Etwaige verbindliche Tarifverträge sollten bei der Erstellung einer Versorgungsordnung dringend beachtet und umgesetzt werden.

- Durchführungsweg:
Als Durchführungsweg sollten kleine Unternehmen in der Regel die Direktversicherung wählen. So wird die Einrichtung und Verwaltung der bAV grundsätzlich auf einen externen Versorgungsträger ausgelagert. Zudem fallen keine zusätzlichen Kosten für die Insolvenzsicherung an.

- Zusageform:
Wichtig ist für den Arbeitgeber die arbeitsrechtliche Zusageart. Mit einer "beitragsorientierte Leistungszusage" liegt der Fokus auf den Beitragsaufwand und nicht auf die spätere Leistung. Das schafft für den Arbeitgeber die gewünschte Transparenz und Planbarkeit. Beim vorzeitigen Ausscheiden eines Mitarbeiters kann der Arbeitgeber die bAV mit schuldbefreiender Wirkung mitgeben.

- Leistungsart:
Allein aus Haftungsgründen sollte der Arbeitgeber nur reine Altersleistungen anbieten, also Altersrenten bzw. Kapitalauszahlungen. Gemäß Betriebsrentengesetz wären zwar auch Leistungen auf Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung möglich, jedoch wären hier auch Gesundheitsangaben vom Arbeitnehmer zu beantworten, die auch der Arbeitgeber mit seiner Unterschrift bestätigt.

- Sozialversicherungsersparnis:
Die Sozialversicherungsersparnis des Arbeitgebers durch die Entgeltumwandlung des Mitarbeiters sollte pauschal in Form eines festen Eurobetrages weitergegeben werden. Damit bleibt die bAV immer noch kostenneutral und die Verwaltung für den Arbeitgeber einfach. Zudem wird merklich die Attraktivität der bAV und Bindung des Mitarbeiters an das Unternehmen erhöht.

- Rentenanpassung:
Durch eine garantierte Rentensteigerung von 1% jährlich seitens eines Versicherers (externer Versorgungsträger) entfällt beim Arbeitgeber die Anpassungsprüfungspflicht von laufenden Betriebsrenten. Damit wird der Verwaltungsakt während der Rentenbezugszeit auf ein Minimum reduziert.

- Information:
Der Arbeitgeber sollte mit Unterstützung eines spezialisierten Unternehmensberaters die Mindestinformationen gemäß Bundesarbeitsgericht an die Mitarbeiter weiterleiten, sämtliche bAV-Unterlagen (inkl. Entgeltumwandlungsvereinbarung) aushändigen und rechtssicher dokumentieren.


Dipl.-Oec. Michael Hollmann
HollmannHilljegerdes
Unternehmensberatung für Pensionsangelegenheiten GmbH & Co. KG
Haarenstraße 38, Am Julius-Mosen-Platz
26122 Oldenburg
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